Ersatzgrafik

Xbox One - von 360° zu einem Ganzen!

Die Next-Gen Konsole von Microsoft soll auf jeden Fall eines sein: Ein All-in-one System, so auch der Titel der Konsole. Was steckt nun hinter dem schwarzen Kasten und vor allem, was steckt in ihr?

Seit dem 22. November ist die Xbox One auf dem Markt und die zahlen sprechen für sich, im April wurde die Konsole 115.000 Mal verkauft, was deutlich hinter den Verkaufszahlen der PlayStation 4 liegt[1]. Machen 100 Euro so einen Unterschied aus oder liegt es an den weit verbreiteten Gerüchten, dass man sich beim Zocken „beobachtet“ fühlen sollte? Wir werfen einen Blick auf den Vorgänger und schauen welche Veränderungen die neue Multimediaeinheit von Microsoft mit sich bringt. 

Alles eine Frage des Designs. Uns überzeugte das schlichte Design. Groß und sperrig, aber doch sehr elegant, macht die Konsole zum Hingucker in jedem Fernsehschrank. Schwarzer „Klavierlack“ rundet alles noch einmal ab. Was für uns allerdings zu einem Problem wurde, sind die Lüftungsschlitze ( bei vertikaler Lage ). Diese werden zu einem reinen Staubfänger, was ein regelmäßiges abstauben erfordert. Die 360 war beim ersten Versuch weniger eine Augenweide, beispielsweise die Plastikumhüllung oder die USB Stecker an der Frontseite. Eines hat sich leider nicht verändert, im Gegenteil, das Netzteil wurde größer, lauter und unhandlicher. Man muss sich schon mal einen geeigneten Standort suchen, um dieses Monster zu verstecken. Doch zur Verteidigung von Microsoft, was Leistung hat, braucht auch Power.

Das Herz der Xbox One bildet ein AMD Prozessor mit dem Codenamen „Jaguar“, 2x4 Kerne mit einer Taktung von 1,75 Gigaherz liefern flüssiges und solides Spielen und nicht nur Spielen, auch Blu-Ray Filme, sowie Bild-in-Bild läuft ohne Probleme. Grafisch macht sie auch einiges her. In der Wertung liegt sie zwar hinter der PlayStation 4, allerdings sind keine großen Unterschiede feststellbar. Ein 8 Gigabyte Arbeitsspeicher DDR3 lässt schnelle Berechnungen zu, es wurde Seitens Microsoft sogar laut, dass 10% mehr Leistung genutzt werden kann, wenn das Kinect-System abgeschaltet ist, ohne dass Befehlfunktionen abgeschaltet werden[2]. Ab Juli 2014 gibt es die Xbox auch ohne Kinect im Handel. Durch die sehr Leistungsstarke Cloud können verschiedene Anwendungen, wie Filme, Musik, der Brower oder YouTube immer im Hintergrund laufen.

Braucht man Kinect eigentlich dringend zum Zocken? Die Antwort ist nein. Schließlich hat die neue Box auch eine Sprachsteuerung integriert. Man stelle sich einmal vor, man kommt von einem langen Arbeitstag nach Hause und in seinem Kopf hört man bereits das Rasseln von Säbeln oder die Chanties seiner Piratenkollegen. „Xbox einschalten“ und schon fährt sie hoch, was aus dem Standby kaum 15 Sekunden dauert. Während man spielt erinnert man sich an ein Video, was man sich noch anschauen sollte: „Xbox andocken“, „YouTube“ und so weiter... Theoretisch lässt sich die One komplett über das Sprachsystem steuern, allerdings muss man bei einem 5.1 Soundsystem schon ziemlich brüllen, damit man auch wahrgenommen wird. Wo die Sprachsteuerung doch zur lustigen Spielerei wurde, zeigte sich in RYSE: Son of Rome. Die Kontrolle des Schlachtfeldes ist ein wichtiger Bestandteil eines jeden Spieles und ab und zu treibt es einen zur Weißglut, wenn man sich durch Horden von Barbaren kämpft und man plötzlich noch 10 Sekunden den A-Button drücken muss, damit irgendjemand mal was macht und plötzlich hagelt es Schläge der Feinde ein. Was nun? Durch die Sprachsteuerung kann man nun auch Befehle sagen, so zum Beispiel: „Salve abfeuern!“, was einem dieses regelrechte „Wow“ Gefühl gibt.

Das Menü und Einstellungen sind übersichtlich aufgeteilt und falls man etwas doch nicht gleich findet, kann man es auch suchen. Von den Einstellungen hat sich zum Vorgänger nicht viel verändert, außer, dass diese noch sensibler geworden sind, was zum Beispiel die Kalibrierung des Kinectsensors oder die Sprachsteuerung angeht. Alles in Allem wurde das Menü benutzerfreundlicher, sowie übersichtlicher.
Der neue Controller bietet insgesamt große Verbesserungen zu seinem Vorgänger. Die Form des Analogsticks ist handlicher geworden und wurde mit einer neuen Beschichtung rutschfester. Wer sich an den 360 Controller erinnert, weiß, dass man bei starkem drehen bzw. drücken leicht vom Analogstick abrutschen konnte. Dies geschieht nun nicht mehr. 4 sehr starke und äußerst präziesen Impuls-Trigger fördern realistisches Spielen. Alles in allem ist er ein wenig kleiner in Breite und Höhe geworden, auch ist ein Gewichtsverlust von 12 Gramm zu vermerken, was ihn sehr handlich macht. Auch das D-Pad hat Verbesserungen zu verzeichnen. Es ist nun nicht mehr, wie bei der 360, abstehend, sondern in den Controller eingearbeitet, was zur schnelleren Reaktion führt. Schnelle Waffenwechsel stellen nun keine Probleme da.

Im Singleplayer hat man in der Regel genug Zeit sich einzurichten, doch wie sieht es im Multiplayer aus? Hierfür wird vor allem eines benötigt, eine Xbox Live Gold Mitgliedschaft. Diese gibt es für verschiedene Zeiträume und auch für verschiedene Preise. Daran hat sich seit der 360 nichts verändert. Auch setzt Sony mittlerweile auf bezahlten Multiplayer Spaß.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Xbox One eine erstklassige Konsole ist. Mit ihren 5 kg und dem zwar eleganten, aber auch etwas sperrigem Design und den Verbesserungen in Leistung, Gameplay und Benutzung bietet Microsoft ein eindrucksvolles Paket, was der PlayStation 4 um nichts nachzustehen hat.

Was noch zu sagen ist:

Werde ich beim Spielen oder auch nicht beim Spielen von Kinect beobachtet ? 
Anfangs plante Microsoft eine dauerhafte Inbetriebnahme von Kintect, dass führte allerdings schnell zu Protesten von Usern und Datenschützern. Dabei hat Microsoft es doch nur gut gemeint. Sie nutzen die Sammlung von Gestik und Mimik und können so feststellen, was dem Spieler gefällt oder nicht. So auch Phil Spencer, Leiter der Spielentwicklung von Microsoft: „Worauf reagieren die Zuschauer? Wen mögen sie? Welche Handlungsstränge sollte man ausbauen?“[3] Doch stellte Microsoft nochmals klar und deutlich heraus, dass Kinect weder dauerhaft angeschaltet ist, noch dass es zum spielen benötigt wird. Auch kann der User entscheiden, was mit seiner Sammlung von Daten geschehen soll. Ein wenig Vertrauen muss man allerdings schon mitbringen.

Was ist denn nun besser? PlayStation 4 oder Xbox One?
Es sind die ewigen Fragen: Pepsi oder Coca Cola? League of legends oder Dota2? PlayStation 4 oder Xbox One? Wir haben festgestellt, dass sich beide Konsolen von Leistung nicht viel nehmen. Wo die eine besser ist, das macht die andere in anderen Bereichen wieder wett. Es ist letzten Endes eine persönliche Entscheidung und wer sich nicht entscheiden will, hat natürlich die Möglichkeit sich beide Konsolen zuzulegen.

Welche Exklusivtitel werden für die Xbox One angeboten?
Wer kennt es nicht, man legt sich eine neue Konsole zu und stellt fest, dass es das ein oder andere Spiel gar nicht für diese Konsole gibt. Zwei der wohl bekanntesten Games bleiben weiterhin für die Xbox One exklusiv: Halo 5 sowie Forza Motorsport 5. Auch RYSE: Son of Rome erschien nur für die One. Hier nun eine kleine Übersicht der Exklusivtitel für Xbox One[4]:

  •       Spiel von Black Tusk
  •       Crimson Dragon
  •       D4
  •       Dead Rising 3
  •       Forza Motorsport 5
  •       Halo 5
  •       Killer Instinct
  •       Kinect Sports Rivals
  •       Powerstar Golf
  •       Quantum Break
  •       Rabbids Invasion
  •       Ryse: Son of Rome
  •       Sunset Overdrive
  •       Fantasia: Music Evolved (auch Xbox 360)
  •       LocoCycle (auch Xbox 360)
  •       Zoo Tycoon (auch Xbox 360)
  •       Below

Bewertung: Gameplay: 95 Punkte
  Grafik: 87 Punkte
  Technick: 90 Punkte
  Single-Player: 93 Punkte
  Multiplayer: 100 Punkte 

 
Ein Dank geht an unseren Redakteur Fabian Balschus, welcher der Autor des gelungenen Beitrages ist!

 

[1]    http://www.pcgames.de/PlayStation-4-Konsolen-220102/News/PS4-schlaegt-Xbox-One-in-Verkaufszahlen-viermal-in-Folge-1121380/
[2]    http://www.computerbase.de/2014-06/kinect-funktionen-neues-sdk-xbox-one-bleiben/
[3]    http://www.stern.de/digital/spiele/xbox-one-und-kinect-microsofts-guckloch-ins-wohnzimmer-2014672.html
[4]    http://www.netzwelt.de/news/96221-xbox-one-spiele-exklusivtitel-ueberblick.html